Historie

kaffee2Die Heimat des Kaffee soll in Abessinien in der Provinz Kaffa, dem heutigen Äthiopien, liegen. Einer Sage nach wunderte sich ein Hirte darüber, dass seine Ziegen nächtelang munter waren und ohne Schlaf auskamen. Da entdeckte er den Baum, von dessen Früchten die Ziegen gegessen hatten. In der mohammedanischen Welt wurde der Kaffee vor allem durch die Mekkapilger verbreitet, in der heiligen Stadt war er mittlerweile ein beliebtes Getränk. Bereits vor seiner Erwähnung in Schriften arabischer Gelehrter wurde der Kaffee im Jemen angebaut. Es wird angenommen, dass er durch die Überfälle der Äthiopier im 13. und 14. Jahrhundert dorthin gelang. 1554 wurde das erste Kaffeehaus Europas wird in Konstantinopel gegründet. Im 16. Jahrhundert erreichten erste Nachrichten über den Kaffee Europa und die ersten Kaffeehäuser eröffneten in Venedig, Oxford, London, Marseille, Amsterdam und 1672 in Paris.

Das erste Kaffeehaus in Deutschland machte 1673 in Bremen auf. Die Kaffeehäuser entwickelten sich zu literarischer und künstlerischen aber auch politischen Begegnungsstätten. Der Preußenkönig Friedrich betrachtete diese Entwicklung mit Argwohn und wollte das Kaffeetrinken unter Strafe zu stellen. Dieses Verbot ließ sich allerdings nicht halten, da der Kaffee mittlerweile zu einem wichtigen Handelsgut geworden war. Johann Sebastian Bach verhalf als begeisterter Kaffeetrinker mit seiner Kaffeekantate dem schwarzen Getränk bis heute zum Siegeszug.

Eine andere Geschichte erzählt, dass eine Gruppe von ausgewanderten Mönchen aus Jemen, die von der Landwirtschaft und Viehhaltung lebten, beobachteten, wie ihre Ziegen, die die Blätter und Beeren eines immergrünen Strauches fraßen, danach jedesmal unruhig und schlaflos wurden. Von da ab benutzten die Mönche diese besondere Pflanze als Lebensmittel und Getränk, um ihre Nachtgebete zu verlängern. Das anregende Elixier wurde bald zu einer regelmässigen Gewohnheit und verbreitete sich in kurzer Zeit unter den Ägyptern und Türken, die es zu jener Zeit “arabischen Wein” nannten. Tatsächlich wurde das antike Jemen im XVI. Jahrhundert von den Ätiopiern, später dann von den Persern und Arabern und schließlich von den Türken erobert.

kaffee11615: Der Venezianer Pietro della Valle führt die Kaffebohne in Venedig ein. Zu dieser Zeit unterhalten die Araber und Türken bereits Geschäftsbeziehungen mit den Europäern, deren Seefahrer Waren vom mittleren Orient beziehen. 1650 wird der Kaffee in Marseille eingeführt, danach in Amsterdam, Hamburg, Paris und London. Es entstehen die ersten Cafès. 1720 wird das “Cafè Florian” in Venedig eröffnet, 1723 das “Cafè Aurora”. In Rom öffnen sich 1760 erstmalig die Türen des “Cafè Greco”. In Florenz schließlich gründet man 1733 das “Cafè Gilli”, 1815 das “Cafè Giacosa” und 1882 das “Cafè Rivoire”.

Zwischen Ende des 18. Und Anfang des 19. Jahrhunderts brachte der Seefahrer Mathieu de Cliau zahlreiche Kaffeepflanzen aus den Gewächshäusern von Versaille auf die Insel Martinique, wo schon bald Plantagen von rund 20 Millionen Kaffeebäumen enstanden. Von Martinique aus weiteten sich die Plantagen auf die anderen Inseln der Antillen aus und erreichten in kürzester Zeit eine Produktion, die ¾ des europäischen Bedarfs deckte. Von diesem Moment an verfällt zunehmend das Interesse am “orientalischen Kaffee”.